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In den Bildern von Susanne Jung treten die leisen Farben, die das Hinsehen herausfordern,
in deutlichen Unterscheidungen zusammen: Das farbig Intensivere unterscheidet sich vom
Verhalteneren, das Schmale vom Weiten, das Bläuliche vom Rötlichen, das Dichte vom eher
Transparenten. Und doch findet sich die eine Wahrnehmung auch in der anderen
wieder: Das Dunklere ist auch von Helligkeit durchdrungen, das Schmale nimmt Anteil
am Weiten, das Wärmere schimmert auch in Kühleren. Dadurch löst sich das Denken
in Begrenzungen auf und verschmilzt zu einem Zusammenführen von Verbundenheiten,
ohne dabei das deutliche Unterscheiden aufzulösen.
Dr. Erich Franz
LWL-Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster
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Parallel zu den geometrisch organisierten Ölbildern entwickelte ich in den letzten drei Jahren Bilder,
die sich auf spezifische Weise mit Fragen von Licht und Raum beschäftigen. Öl- wie Acrylbilder haben
den Umgang mit Farbkontrasten und den Bildaufbau, der an Architektur erinnert, gemeinsam.
Die Binnenfelder der Acrylbilder bilden eine Ordnung aus monochrom geschichteten Farbflächen. Die
einzelnen Farbflächen sind aus vielen lasierenden Schichten ans Licht getrieben. Der Pinselduktus ist
zurückhaltend flach und die Oberflächenbeschaffenheit matt, so dass es hier um gemalte Farbe geht,
sie jedoch auch in ihrer Stofflichkeit in Frage gestellt wird.
Aus den unterschiedlichen Randsituationen und Zwischenräumen der einzelnen Farbflächen ergeben
sich verschiedene Bildräumlichkeiten. Der Betrachter erfährt schwebende sowie festverankerte Farb-
flächen oder ein fortsetzbares Gitter. Subtil abgestufte, minimal kontrastierende Farbwerte stehen
nebeneinander.
Die Farbflächen der hellen Bilder diffundieren in die Tiefe, der Betrachter kann sie mit dem Auge nicht
scharf stellen. Die Farben der Ölbilder dagegen bauen sich als klar wahrnehmbares Gegenüber auf.
Susanne Jung
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ARTISTS´STATEMENT
For the last five years I have developed particular ways of working with light and space.
The pictures are built as upon frameworks, reminiscent more of architecture than landscape,
as in the work of Agnes Martin.
The acrylic paintings have fields within fields which achieve a certain quality of order from layers
of monochrome paint. Each of the coloured fields is built up from a multitude of coloured glazes,
which produces an effect of striving towards light.
The brush stroke is restrained and flat in nature and the surface patina is matt. This reveals the
colour which has been applied and yet ist also calls into question its very materiality (see the work
of Raimund Girke).
A number of perspectives emerge from the various arrangements around the edges and the spaces
between the coloured areas. You discover floating fields of colour which blend with each other and
diffuse in depth. Because the shades of colour which are applied one upon and beside the other change
imperceptibly, your eye is unable to focus on them.
This extreme form of minimalism is found in the “black” pictures of Ad Reinhardt in which the shapes
and colours evoke darkness. My work takes me in the opposite direction. If you look at the picturs for a
while you will see that the colour transforms into lightness.
Translated by Owen Davies
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